Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Ich habe von 2018 bis 2021 Agrarökologie an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien studiert und mich intensiv mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Systemen sowie deren praktischer Umsetzung auseinandergesetzt. Parallel zum Studium war ich auf einem Betrieb mit Mutterkuhhaltung tätig und konnte umfassende Erfahrungen im Futterbau, in der Tierhaltung sowie in der Schlachtung und Direktvermarktung sammeln. Diese Kombination aus wissenschaftlicher Ausbildung und praktischer Arbeit hat mein Verständnis für praxisorientierte Forschung maßgeblich geprägt. Von 2021 bis 2024 war ich im Rahmen des EIP-Projekts „Mob Grazing im Ackerfutterbau“ tätig. Dabei lag mein Fokus auf der Untersuchung von Mob Grazing, insbesondere auf der Etablierung niedergetretener Mulchschichten und deren Auswirkungen auf Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt und Pflanzenwachstum. Seit 2025 arbeite ich im EIP-Projekt „Zwischenfruchtbeweidung“. Dort beschäftige ich mich weiter mit der Integration von Weidetieren in ackerbauliche Systeme. Ziel ist es, das Potenzial der Winter- und Sommerzwischenfruchtbeweidung auf insgesamt sechs Betrieben sowohl aus betrieblicher als auch aus bodenkundlicher und pflanzenbaulicher Sicht zu untersuchen. Meine besondere Leidenschaft gilt der nachhaltigen Weidenutzung und der Frage, welche Rolle Wiederkäuer in zukünftigen Agrarsystemen spielen können, etwa durch die Integration von Rindern in den Ackerbau, durch angepasstes Weidemanagement oder durch den Einsatz von Agroforstsystemen als Futteralternative.
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Die Auswahl landwirtschaftlicher Praktiken ist für gesunde landwirtschaftliche Böden, für die Umwelt und für ein nachhaltiges Nahrungsmittelproduktionssystem von entscheidender Bedeutung. Trotz kontinuierlicher Forschung und Entwicklung in der Landwirtschaft sind viele Forschungsergebnisse und Technologien zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung noch immer verstreut.
Das EU-Projekt Soil-X-Change nutzt diese umfangreichen Daten und Ergebnisse insbesondere von EIP-AGRI Projekten, um die Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Umsetzung zu schließen. Durch die Verbreitung von Wissen über ein visuell ansprechendes Dashboard und thematische Factsheets erleichtern wir den Wissensaustausch, beschleunigen Innovationen und unterstützen die Einführung und den Prozess zur Skalierung nachhaltiger Bodenbewirtschaftungspraktiken.
Die langfristige Wirkung von Soil-X-Change wird durch sein EU-weites Netzwerk gewährleistet, das die nationalen AKIS Netzwerke, neun gut vernetzte und interaktive nationale Knotenpunkte und die wichtigsten EU-Initiativen umfasst.
Soil-X-Change präsentiert hier eine benutzerfreundliche und interaktive Online-Plattform, um Landwirt:innen Informationen zu verschiedenen Praktiken der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung zu vermitteln. Ziel ist es, komplexe Informationen leicht verständlich und visuell ansprechend zu transportieren und so deren Umsetzung in der praktischen Landwirtschaft zu stärken.
Eines dieser Projekte ist „Mob grazing im Feldfutterbau“, das in einem kurzen Impulsvortrag vorstellt wird. Das Beweidungsverfahren kann ein strategisches Weidewerkzeug zur Gewährleistung der Ertragsstabilität und Bodengesundheit während langer Trockenperioden in Deutschland sein – durch hohe Aufwüchse, lange Wurzeln und einer Mulchschicht aus niedergetrampelten Pflanzenrückständen, vermischt mit dem Dung der Tiere.
Außerdem präsentiert Soil-X-Change Erkenntnisse einer EU-weiten Umfrage zur Umsetzung von Praktiken der nachhaltigen Bodenbewirtschaftung in der praktischen Landwirtschaft, mit denen wir gerne in Austausch gehen möchten.